„Im Netz der Gier“ ist ein deutscher Politthriller mit Tanja Wedhorn, Paula Hartmann und Jutta Wachowiak. Im Mittelpunkt steht die Büroleiterin Anna Grawe, deren Loyalität zu einer Bundestagsabgeordneten sie mitten in einen Korruptionsskandal führt. Was zunächst wie ein politischer Fall aussieht, entwickelt sich zunehmend zu einem Thriller über Abhängigkeiten, persönliche Vorteile, Erpressung und die Frage, wie schnell scheinbar harmlose Gefälligkeiten gefährliche Folgen haben können.
Der Film wurde von Franziska Schlotterer nach einem Drehbuch von Michael Vershinin inszeniert. Die deutsche TV-Premiere fand am 21. September 2024 im Ersten statt. Im Juni 2026 wurde der Film erneut ausgestrahlt. Aktuell ist „Im Netz der Gier“ nach Angaben der ARD noch bis 6. Juni 2027 in der ARD-Mediathek verfügbar.

Worum geht es in „Im Netz der Gier“?
Anna Grawe, gespielt von Tanja Wedhorn, arbeitet als Büroleiterin für die Bundestagsabgeordnete Bea Kober. Anna ist zuverlässig und ihrer Chefin gegenüber loyal. Genau diese Loyalität wird jedoch zum Problem.
Bea bittet Anna, einen Umschlag beziehungsweise Unterlagen vor den Ermittlungsbehörden zu verbergen. Anna kommt der Bitte nach, obwohl sie bereits vermutet, dass an den Korruptionsvorwürfen gegen die Politikerin etwas dran sein könnte. Hinter dem politischen Skandal steht eine Verbindung zu dem Geschäftsmann und Oligarchen Igor Parygin, der wirtschaftliche Interessen in Kobers Wahlkreis verfolgt.
Der Fall bekommt für Anna eine völlig neue Dimension, als sie erfährt, dass ihre Tochter Larissa Grawe ebenfalls mit Parygin verbunden ist. Larissa studiert in London und hatte eine Affäre mit dem verheirateten Geschäftsmann. Nach dem Ende der Beziehung versucht sie, ihn mit einem intimen Video unter Druck zu setzen.
Damit ist Larissa nicht mehr nur indirekt in den politischen Skandal verwickelt. Sie besitzt Material, das für Parygin gefährlich werden kann – und bringt sich dadurch selbst in Lebensgefahr. Anna reist mit ihrer Tochter an die Ostseeküste zu ihrer Mutter Magda. Doch weder die Staatsanwaltschaft noch Parygins Umfeld bleiben weit entfernt.
Die Besetzung von „Im Netz der Gier“
Die zentrale Hauptfigur ist Anna Grawe, gespielt von Tanja Wedhorn. Paula Hartmann übernimmt mit Larissa eine ebenfalls entscheidende Rolle. Die drei Generationen der Familie Grawe bilden einen wesentlichen emotionalen Schwerpunkt des Films.
| Schauspieler/in | Rolle |
|---|---|
| Tanja Wedhorn | Anna Grawe |
| Paula Hartmann | Larissa Grawe |
| Jutta Wachowiak | Magda Grawe |
| Clelia Sarto | Oberstaatsanwältin Limmer |
| Rosa Enskat | Bea Kober |
| Kai Scheve | Alexander Büsing |
| Andreas Warmbrunn | Malte Büsing |
| Eugen Knecht | Igor Parygin |
| Jörg Pose | Michael Kreuzburg |
| Alexander Finkenwirth | Dschingis Abdrakhmanov |
| Emilie Neumeister | Rebecca Schwittin |
| Lilian Viegas | Nina Pohlmann |
| Magdalena Kosch | Diana Kunze |
| Paul Maximilian Pira | Hauptkommissar Witt |
| Verena Bonnkirch | Anja Neuner |
| Varya Popovkina | Vera |
Besonders wichtig für das Verständnis des Films ist die Beziehung zwischen Anna, Larissa und Magda Grawe. Der Thriller erzählt deshalb nicht ausschließlich von Korruption. Er verbindet den politischen Konflikt mit einem Generationendrama, in dem unterschiedliche Vorstellungen von Moral, Verantwortung und persönlichem Vorteil aufeinanderprallen.
Tanja Wedhorn und Paula Hartmann stehen im Zentrum
Tanja Wedhorn ist als Anna Grawe bewusst anders besetzt, als manche Zuschauer sie aus leichteren Fernsehformaten kennen dürften. Anna ist keine Ermittlerin und keine klassische Thrillerheldin. Sie ist eine Mitarbeiterin des politischen Betriebs, die lange glaubt, ihre Tätigkeit sauber von den fragwürdigen Entscheidungen ihrer Chefin trennen zu können.
Gerade darin liegt ein wichtiger Gedanke des Films: Anna wird nicht durch einen großen kriminellen Plan in die Affäre hineingezogen. Vielmehr beginnt alles mit Loyalität, Kontakten, Gefälligkeiten und persönlichen Vorteilen.
Paula Hartmann spielt Larissa deutlich kompromissloser. Die junge Frau versucht, Möglichkeiten für sich zu nutzen, überschätzt dabei jedoch ihre Kontrolle über die Situation. Dass sie Parygin mit einem Video erpresst, verwandelt einen privaten Konflikt in eine unmittelbare Bedrohung.
Tanja Wedhorn beschrieb den Kern der Geschichte im Zusammenhang mit Begriffen wie Eigennutz, Gier, Skrupellosigkeit und Naivität. Die Handlung soll damit gerade zeigen, dass Korruption nicht immer mit einem offen ausgesprochenen Geschäft beginnt. Abhängigkeiten können schrittweise entstehen, wenn Vorteile angenommen und Gegenleistungen zunächst nur indirekt erwartet werden.
Korruption, Abhängigkeit und Familie: Darum geht es wirklich
Der politische Korruptionsfall ist zwar der Ausgangspunkt, doch „Im Netz der Gier“ erzählt mehrere Konflikte gleichzeitig.
Politische Einflussnahme: Bea Kober steht wegen ihrer Beziehungen zu Parygin unter Verdacht. Der geplante Jachthafen in ihrem wirtschaftlich schwächeren Wahlkreis verbindet politische Interessen mit geschäftlichen Interessen.
Persönliche Vorteile: Auch Anna befindet sich nicht vollständig außerhalb dieses Systems. Der Film stellt die Frage, wann eine hilfreiche Verbindung zur problematischen Abhängigkeit wird.
Erpressung: Larissa glaubt, mit kompromittierendem Material Macht über Parygin zu besitzen. Tatsächlich setzt sie sich damit einem Gegner aus, der wesentlich größere Möglichkeiten hat als sie.
Familienkonflikte: Bei Magda an der Ostseeküste werden zugleich alte Spannungen zwischen den drei Frauen sichtbar. Die politische Geschichte wird dadurch immer stärker mit Annas Vergangenheit verbunden.
Moralische Grauzonen: Kaum eine zentrale Figur lässt sich vollkommen eindeutig als unschuldig oder schuldig einordnen. Anna hat keine kriminelle Karriere geplant, ignoriert aber Warnzeichen. Larissa ist bedroht, hat die Situation gleichzeitig durch ihre Erpressung verschärft. Bea Kober wiederum überschreitet deutlich die Grenze zwischen politischer Arbeit und problematischen Abhängigkeiten.
Genau diese moralische Unschärfe unterscheidet den Stoff von einem klassischen Krimi mit eindeutigem Täter und Ermittler.
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Wie endet „Im Netz der Gier“? Achtung, Spoiler
Ab hier werden wichtige Entwicklungen aus dem letzten Teil des Films verraten.
Im weiteren Verlauf zeigt sich, dass Larissas Video wesentlich gefährlicher ist, als sie zunächst glaubt. Der Mann, den Parygin losschickt, soll sicherstellen, dass belastendes Material verschwindet. Für Anna und Larissa wird der Konflikt dadurch unmittelbar lebensbedrohlich.
Auch Bea Kober entkommt den Konsequenzen ihrer Verbindungen nicht. Sie wird im Verlauf des letzten Aktes tot aufgefunden. Dadurch wird endgültig deutlich, dass die Auseinandersetzung längst über einen gewöhnlichen Korruptionsfall hinausgegangen ist.
Der Film entscheidet sich dennoch nicht für ein vollständig beruhigendes Happy End. Die unmittelbare Gefahr für die Hauptfiguren kann zwar begrenzt werden, doch die persönlichen Verluste und die moralischen Folgen der vorangegangenen Entscheidungen verschwinden dadurch nicht. Gerade dieses bewusst unvollkommene Ende passt zur Grundidee des Thrillers: Niemand kann einfach so tun, als wären die zuvor eingegangenen Abhängigkeiten und Fehlentscheidungen nie passiert.
Wo wurde „Im Netz der Gier“ gedreht?
Die Dreharbeiten fanden von Ende Februar bis Ende März 2023 statt. Gedreht wurde in Berlin und Umgebung sowie in Mecklenburg-Vorpommern. Die Produktion übernahm Real Film Berlin im Auftrag der ARD Degeto.
Die beiden Regionen erfüllen unterschiedliche Funktionen innerhalb der Geschichte. Berlin steht für Bundestag, politische Netzwerke und den Ausgangspunkt des Korruptionsfalls. Die Landschaft Mecklenburg-Vorpommerns und die Ostseeküste bilden anschließend den Schauplatz für Annas Rückkehr in ihre Heimat und die familiären Konflikte.
Interessant ist außerdem die unterschiedliche Jahresangabe, die bei der Suche nach dem Film auftauchen kann. Die eigentlichen Dreharbeiten fanden 2023 statt, während die ARD den fertigen Fernsehfilm als Produktion aus 2024 führt. Deshalb findet man je nach Film- oder Produktionsdatenbank beide Jahreszahlen. Das ist kein Hinweis auf zwei unterschiedliche Filme.
Der ursprüngliche Arbeitstitel lautete „Ende der Unschuld“. Dieser Titel beschreibt den Inhalt sogar recht treffend: Anna muss erkennen, dass ihre vermeintlich harmlose Rolle im Umfeld ihrer Chefin sie nicht automatisch von Verantwortung freispricht.
Regie, Drehbuch und Produktion
Regie führte Franziska Schlotterer, das Drehbuch stammt von Michael Vershinin. Für die Kamera beziehungsweise Bildgestaltung war Bernd Fischer verantwortlich, die Montage übernahm Mona Bräuer und die Musik komponierte Christopher Bremus.
Produziert wurde „Im Netz der Gier“ von Real Film Berlin für die ARD Degeto. Die Laufzeit beträgt rund 89 Minuten.
Ein auffälliges Merkmal der Inszenierung ist die Verlagerung von der politischen Großstadtwelt in eine deutlich ruhigere Küstenlandschaft. Dadurch verändert sich auch der Ton des Films. Aus dem anfänglichen Politthriller wird zeitweise stärker ein Familien- und Charakterdrama, bevor sich die Bedrohung im letzten Teil wieder zuspitzt.

Wie wurde „Im Netz der Gier“ bewertet?
Die Kritiken fielen gemischt aus. Mehrere Rezensionen lobten die Ausgangsidee, die prominente Besetzung und einzelne atmosphärische beziehungsweise bedrohliche Szenen. Vor allem Tanja Wedhorns ungewohnte Rolle sowie die Konstellation der drei Grawe-Generationen wurden als interessante Elemente wahrgenommen.
Kritisiert wurde dagegen häufig, dass der Film sehr viele Themen in 89 Minuten unterbringen möchte. Neben politischer Korruption geht es um Oligarchen, Erpressung, ein kompromittierendes Video, alte Familienkonflikte, persönliche Beziehungen und mehrere Bedrohungsebenen. Einige Kritiker empfanden den Mittelteil deshalb als weniger spannend oder die politischen Zusammenhänge als zu wenig ausgearbeitet.
Beim Fernsehpublikum war die Erstausstrahlung dagegen erfolgreich. Die endgültig gewichteten Einschaltquoten für den 21. September 2024 lagen bei rund 5,24 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern und einem Marktanteil von 23,2 Prozent.
Wo kann man „Im Netz der Gier“ sehen?
„Im Netz der Gier“ wurde erstmals am 21. September 2024 um 20:15 Uhr im Ersten gezeigt. Bereits zwei Tage vorher war der Film in der ARD-Mediathek verfügbar.
Eine größere Wiederholung folgte am 6. Juni 2026 um 20:15 Uhr. Nach dem derzeitigen Stand ist der komplette Film weiterhin in der ARD-Mediathek abrufbar und dort bis zum 6. Juni 2027 um 20:14 Uhr angekündigt. Die Verfügbarkeit kann sich bei Mediatheken grundsätzlich ändern, weshalb bei einer späteren Suche der jeweils aktuelle Eintrag maßgeblich ist.
Frequently Asked Questions
1. Worum geht es in „Im Netz der Gier“?
Der Film handelt von der Büroleiterin Anna Grawe, die durch ihre Loyalität zu einer Bundestagsabgeordneten in einen Korruptionsskandal gerät. Gleichzeitig bringt sich ihre Tochter Larissa durch die Erpressung eines Oligarchen in große Gefahr.
2. Wer spielt die Hauptrolle in „Im Netz der Gier“?
Tanja Wedhorn spielt die zentrale Hauptfigur Anna Grawe. Paula Hartmann verkörpert ihre Tochter Larissa, Jutta Wachowiak Annas Mutter Magda.
3. Ist Paula Hartmann in „Im Netz der Gier“ dabei?
Ja. Paula Hartmann spielt Larissa Grawe, deren Beziehung zu Igor Parygin und deren Erpressungsversuch einen wichtigen Teil der Thrillerhandlung auslösen.
4. Wo wurde „Im Netz der Gier“ gedreht?
Gedreht wurde 2023 in Berlin und Umgebung sowie in Mecklenburg-Vorpommern.
5. Wann lief „Im Netz der Gier“ erstmals im Fernsehen?
Die deutsche TV-Premiere erfolgte am 21. September 2024 um 20:15 Uhr im Ersten. Eine erneute Primetime-Ausstrahlung gab es am 6. Juni 2026.
6. Ist „Im Netz der Gier“ eine wahre Geschichte?
Der Film wird als fiktionaler Politthriller präsentiert. Es gibt keine verlässliche öffentliche Bestätigung dafür, dass die Geschichte einen konkreten realen Korruptionsfall oder bestimmte reale Politiker abbildet.
7. Kann man „Im Netz der Gier“ noch in der Mediathek ansehen?
Ja. Nach dem derzeit veröffentlichten Stand ist der Film in der ARD-Mediathek verfügbar und dort bis 6. Juni 2027 angekündigt.
Conclusion
„Im Netz der Gier“ verbindet einen politischen Korruptionsskandal mit einem Familiendrama und einem klassischen Bedrohungsszenario. Tanja Wedhorn steht als Anna Grawe im Zentrum einer Geschichte, in der nicht nur offensichtlich kriminelles Verhalten problematisch ist. Entscheidend ist vielmehr, wie aus Kontakten, Gefälligkeiten und kleinen persönlichen Vorteilen Schritt für Schritt Abhängigkeiten entstehen.
Paula Hartmann als Larissa und Jutta Wachowiak als Magda erweitern diesen politischen Konflikt um drei sehr unterschiedliche Generationen einer Familie. Während manche Kritiken die Vielzahl der Handlungsstränge als Schwäche sahen, erreichte der Film bei seiner ersten TV-Ausstrahlung ein großes Publikum.
Wer „Im Netz der Gier“ nachholen möchte, kann insbesondere auf die Dynamik zwischen Anna, Larissa und Magda achten: Dort liegt neben der Thrillerhandlung der eigentliche Kern des Films – die Frage, wie Menschen ihre eigenen Entscheidungen rechtfertigen und wann aus vermeintlicher Harmlosigkeit persönliche Verantwortung wird.